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Meereis

Der Gefrierpunkt von Meerwasser ist abhängig vom Salzgehalt, z. B.:

Salzgehalt Gefrierpunkt
25‰ –1,33 °C; 
35‰ –1,9 °C.

Wenn Salzwasser gefriert, trennen sich Wasser und Salz. Denn die (großen) Salzionen passen nicht in das (kleine) Gitter der Eiskristalle. Meereis ist salzarm, das umgebende Wasser dagegen salzreich. Deshalb schwimmt Meereis.

Zunächst entsteht im Seegang ein Eisbrei, der sich bald zu Feldeis, 1 – 2 m großen Schollen, entwickelt (Treibeis). Es kann zu einer Treibeisdecke zusammenfrieren. Durch Wind, Seegang und Pressungen entsteht Packeis, das durch Schnee verkittet wird. Strömungen und Wind treiben das Meereis äquatorwärts. Die Packeisgrenzen wandern mit der Jahreszeit (siehe Monatskarten).

Der Bottnische und der Finnische Meerbusen frieren regelmäßig zu, ebenso die Hudson-Bai, der St.-Lorenz-Golf und die asiatischen Randmeere. Selbst im Schwarzen Meer (Bucht von Odessa) bildet sich immer wieder Meereis.

Eisberge sind gefrorenes Süßwasser. Sie entstehen durch „Kalben“ der ins Meer vorgeschobenen Gletscher. Etwa 1/10 der Masse eines Eisbergs ragt aus dem Wasser. Da der breitere Teil unter Wasser liegt und der Überwasserteil stark zerklüftet sein kann, taucht bis zu 1/5 der Höhe auf. Die meisten Eisberge auf der nördlichen Halbkugel stammen von den grönländischen Gletschern. Einige Gletscher an der Westküste produzieren bis zu 1300 Eisberge pro Jahr. Sie treiben mit dem Labradorstrom südwärts und gefährden die Schifffahrt vor allem bei den Neufundlandbänken. Eisgürtel, die gelegentlich ihren Weg blockieren, erklären die starken jährlichen Schwankungen der Eisbergvorkommen.

Die meisten Eisberge schmelzen im Golfstrom schnell ab, wenige gelangen aber auch weiter südlich, einzelne sogar bis in die Sargasso-See. Im nördlichen Pazifik gibt es keine Eisberge, da sie die Beringstraße nicht passieren können.

Kleine Eisberge, die deutlich die Größe von Schollen überschreiten und der Schiffahrt gefährlich werden können, nennt man Growler.

Die größten Eisberge treten in der Antarktis auf, wenn von einer Eisbarriere ganze Tafeln abbrechen (Tafeleisberg). Eine extrem große Tafel (158 km lang, 40 km breit) brach 1987 vom Ross-Schelf ab. Auf Südbreite ist in allen drei Ozeanen mit Eisbergen zu rechnen. Sie driften bis nach Kapstadt und manchmal bis nach Montevideo.

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