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Grundsee

Wellen, die infolge abnehmender Wassertiefe höher und kürzer – und damit steiler – werden, nennt man Grundsee. Hier soll erklärt werden, wie Grundsee entsteht.
Wind wird durch Bodenreibung gebremst. Die Energie, die der Wind verliert, überträgt sich auf das Wasser und zeigt sich dort als Welle. Wellen transportieren kein Wasser, das Wasser bleibt an seinem Ort. Wellen transportieren Energie. Welche Energie in einer Welle steckt, zeigt sich, wenn sie gegen eine Mole schlägt. Hohe Wellen haben mehr Energie als kleine Wellen und schnelle Wellen sind energiereicher als langsame Wellen. Je schneller sich Wellen bewegen, desto länger sind sie; nimmt die Wellengeschwindigkeit ab, so verringert sich auch die Wellenlänge.
Die Höchstgeschwindigkeit der Wellen hängt allein von der Wassertiefe ab. Sie ist gleich der Wurzel aus der Wassertiefe (in m) multipliziert mit der Erdbeschleunigung (9,81 m/s2). Je tiefer das Wasser, desto schneller können Wellen werden. Werden aus tiefem Wasser kommende Wellen in flachem Wasser abgebremst, so werden sie kürzer. Da die Energie erhalten bleibt, die Wellen also nicht an Energie verlieren, nimmt ihre Höhe zu. Die Wellen werden höher und kürzer und damit steiler. Übersteigt die Höhe einer Welle ein Siebtel ihrer Länge, so bricht die Welle und kann mit der Energie, die dann freigesetzt wird, ein Schiff kentern lassen. Gefährliche Grundsee kann überall dort auftreten, wo die Wassertiefe rasch abnimmt, z. B. über Sandbänken in der Nordsee, vor Hafeneinfahrten, in Küstennähe und auch auf Ozeanen an einem Kontinentalsockel.

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