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Katabatischer Wind

Fallwind, der in der Nähe eines Hochplateaus oder Tafelbergs auftreten und ohne nennenswerte Luftdruckunterschiede Sturmstärke erreichen kann.

Gelangt Luft, die auf einer kahlen Hochebene lagert, z. B. durch Wind oder steigenden Luftdruck an den Rand der Hochebene, so rauscht sie wie ein Wasserfall mit hoher Geschwindigkeit den Berg abwärts. Ein Tal oder eine Verengung wirkt als Düse und beschleunigt den Fallwind nochmals.

Die Temperatur der Luft nimmt mit der Höhe ab, mit zunehmender Höhe wird Luft kälter. So ist auch Luft auf einem Hochplateau kälter als Luft auf Meereshöhe. In wolkenloser Nacht kann sie dort oben sogar bis an den Nullpunkt abkühlen. Kalte Luft zieht sich zusammen, sie hat eine höhere Dichte als Warmluft und ist daher schwerer. Erreicht sie den Abhang, fällt die Luft abwärts. Je kälter die Luft, desto schwerer ist sie und desto schneller stömt sie abwärts.

Das bekannteste Beispiel für katabatischen Wind ist die Bora, die vom dalmatinischen Küstengebirge abwärts rauscht. Fallwinde und Düseneffekte verlieren aber 3 bis 5 sm vor der Küste deutlich an Wirkung. Die Winde vor Grönland und der Antarktis zählen zur Familie der katabatischen Winde ebenso wie nächtlicher Starkwind in einer an Bergen gelegenen Ankerbucht. Auch in norwegischen Fjorden sowie am Tafelberg von Kapstadt entsteht katabatischer Wind. Die Klippen an der deutschen Ostseeküste sind zu flach, um katabatischen Wind entstehen zu lassen; der Temperaturunterschied reicht nicht aus.

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