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Mistral

Die französischen Alpen und die Pyrenäen bilden einen Trichter, in dessen Mitte das Zentralmassiv liegt. Deshalb können südwärts strömende Luftmassen nur durch das Rhônetal und die Senke bei Carcassonne fließen. Diese Düsen beschleunigen die Luft mächtig. So entsteht Mistral, der im Februar den Golfe du Lion zu einem der stürmischsten Seegebiete der Erde macht – mit mehr und schwereren Stürmen als vor dem winterlichen Kap Hoorn!
Die Römer tauften ihn ventus magistralis (Meisterwind), Mistral heißt er bei den Franzosen, Maestral in Spanien, Maestrale auf Italienisch.
Mistral erstreckt sich gewöhnlich nicht weit (10 bis 15 sm) auf das Mittelmeer hinaus. Wenn aber ein Tief über Italien oder der Adria und gleichzeitig ein Hoch über Spanien oder der Biskaya liegt, dann beherrscht der Mistral fast das ganze westliche Mittelmeer.
Mistral dauert im Mittel 3,5 Tage. Er tritt verstärkt im Winter auf, seine Böen können aber auch im Sommer Windstärke 12 (Orkan) erreichen. Er verändert sich durch thermische Effekte im Verlauf eines Tages und erreicht seine größte Stärke gegen 12:00 Uhr Ortszeit.
Seine Richtungen sind im Golfe du Lion N–NW, um die Balearen N–NNE, im Golf von Genua W–SW und in der Straße von Bonifacio (Korsika) NW–W. Der Mistral ist auch in der Bucht von Ciotat zwischen Marseille und Toulon sowie im Hafen von Bastia (Korsika) berüchtigt, wo schon Windstärke elf gemessen wurde. Er kann lokale Effekte hervorrufen – etwa stürmische Fallwinde an Steilküsten Kataloniens –, sich aber auch als Starkwind bis Nordafrika oder Sizilien auswirken.

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