Alle Begriffe rund ums Segeln

Tornado

1. Olympische Klasse von 1976 bis 2008, ein Katamaran mit Doppeltrapez, 6,10 m lang, 3,08 m breit und 165 kg schwer. Die Segelfläche am Wind beträgt 21 qm; dazu kommt ein Gennaker von 25 qm. Der Tornado besitzt einen drehbaren Mast und ein profiliertes Großsegel (Lattensegel). Er wird am besten nur auf einem Rumpf gesegelt, dann fliegt er geradezu über das Wasser und kann über 30 Knoten erreichen. Wie jeder Katamaran ist der Tornado auf Halbwindkurs und auf Amwindkurs am schnellsten – und zwar bei wenig Krängung, wenn der Luvrumpf in geringer Höhe über das Wasser schwebt. Schon bei wenig Seegang kann es zum Unterschneiden des Leeschwimmers kommen. Dann bohrt sich der Bug des Leerumpfes in eine Welle. Das Boot bremst abrupt ab und kann sich überschlagen. Bei frischem Wind (Windstärke 5) besteht akute Kentergefahr. Bei Starkwind (Windstärke 6) kann ein Tornado nur noch von einer sehr erfahrenen Crew gesegelt werden – und auch nur, wenn alle Trimmeinrichtungen, insbesondere der Traveller, intensiv genutzt werden. Ab Windstärke sieben ist auf einem Tornado kein Segeln mehr möglich; dann bleibt nur das Abwettern.

2. Die extreme Ausprägung einer Großtrombe im Mittleren Westen der USA. Ein Tornado kann sich in der wärmeren Jahreshälfte bilden, wenn trockenkalte Luft (energiearm) aus den Rocky Mountains auf feuchtwarme Luft (energiereich) aus dem Golf von Mexiko trifft. Bei hoher Labilität kann in einem Tornado eine Windgeschwindigkeit von bis zu 800 km/h auftreten. Ein solcher Tornado kann natürlich schwere Verwüstungen anrichten. Seine Zugbahn ist durchschnittlich 3 bis 5 km lang, kann aber im Einzelfall auf 60 km anwachsen. Sie ist zwischen einigen Hundert Metern und einem Kilometer breit. Im Gegensatz zu einer Windhose und einer Wasserhose rotieren Tornados immer zyklonal (auf Nordbreite gegen den Uhrzeigersinn).

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Segeln lernen im Internet

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